Umstieg von OpenSuse 10.2 auf 11.0

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Bedingt durch das Auslaufen des Supports für OpenSuse 10.2 zum Ende 2008 sah ich mich veranlasst, mein System auf die neueste Version 11.0 "upzudaten" (btw: Ein Grund mehr, demnächst auf eine "LTS"-Version, z.B. von (k)ubuntu umzusteigen, denn ein 2-jähriger Support ist mir doch zu wenig). Beim Update stieß ich auf einige "Unzulänglichkeiten"...



Vorbemerkung: Zwischenzeitlich ist ja die Version 11.1 von OpenSuse verfügbar. Dennoch werde ich hier (zunächst) weiter von meinen Erfahrungen / Erkenntnissen zum Umstieg auf die Version 11.0 berichten, da der Umstieg von 10.2 auf 11.1 ähnliche Fallstricke bietet (so die Erfahrungen an einem anderen PC, der direkt mit 11.1 bestückt wurde) bzw. bieten dürfte. Manche Probleme sind zudem auch nicht dem Versionswechsel, sondern der Version 11.0 / 11.1 als solche geschuldet.

Aber zunächst zur Ausgangslage: Ich hatte zusätzlich zur bisherigen Festplatte (S-ATA) eine weitere Festplatte (P-ATA) eingebaut, zwischen denen ich im BIOS jeweils zum Booten umschaltete. Zusätzlich hatte ich eine externe USB-Festplatte angeschlossen, auf die ich alle relevanten Daten der bisherigen OpenSuse 10.2-Installation (/home, /root, /etc-Verzeichnis usw.) kopiert hatte.



OpenSuse 11.0

Das Online-Update per zypper lief von Anfang an nicht richtig durch. Nach einiger Zeit wurde zwar "Updates available" angezeigt, aber in der Detail-Liste war nichts (mehr) zu sehen. Meine Online-Updates mache ich mittlerweile nur noch per Yast-Aufruf. Auffällig war, dass dies erst nach einigen Tagen mit funktionierenden Online-Updates per zypper auftrat. Eine weitere Auffälligkeit - die ich schon auf einem anderen OpenSuse 10.3-System nachvollziehen konnte - war, dass der FireFox 3.X sehr viele "Aussetzer" (neudeutsch: er laggte) hatte, wenn zypper gerade auf Updates prüfte. Sobald dann der Suse-Updater zwangsweise beendet worden war, lief FireFox ohne Probleme bzw. Lags.



KDE 4

Erst nachdem ich auf KWin umgestellt hatte, kam ich so halbwegs klar mit dem KDE 4 auf meinem neuen System. Das Arrangement (Einrasten) der Desktop-Icons gelingt erst seit kurzem, aber auch nur für neue Icons (in der Ordneransicht). Die vorherigen sind pixelgenau verschieb- und platzierbar. Die neuen Icons haben nun aber keine Einblendung der Einstellungsmöglichkeiten beim Überfahren mit dem Mauszeiger.

Eine Schnellstartleiste ist mir noch nicht gelungen. (Datei-)Ordner kann man auf dem Desktop erst anlegen, sobald man auf die Ordneransicht umgestellt hat.

Jedem eingefleischten KDE3-Anwender kann ich nur empfehlen, bei der OpenSuse 11.0-Installation auch KDE 3 statt 4 auszuwählen, da die Lernkurve nicht gerade niedrig und einiges anders ist. Ein nachträgliches Umstellen von KDE4 auf KDE3 ist nur mit einigen Klimmzügen durchführbar.

Heute ist es mir zum 2. Mal passiert: Nach einem umfänglichen KDE4-Update war nach dem Neustart mein KDE4-Desktop völlig durcheinander. Auf diesem sah ich nur noch Ordner-Symbole ab dem Wurzelverzeichnis ("/"). Also nix mehr mit /home/IhrUsername/Desktop. Vorgewarnt durch das 1. Mal habe ich die Systemeinstellungen aufgerufen. Unter Persönliche Einstellungen stand diesmal als Pfad zur Arbeitsfläche: "/" (beim letzten Mal war es /home/IhrUsername). Nach einem Klick auf Voreinstellung wurde dieser Wert wieder auf /home/IhrUsername/Desktop/ (wie es sein sollte) gesetzt (händisches ändern mit Klick auf anwenden bedeutet ein Kopieren der Dateien, was nicht zielführend ist). KDE4 wieder neu gestartet und alle gewohnten Symbole waren zumindest wieder vorhanden, wenn auch ungeordnet (aber das ist das kleinere Problem, wenn auch ärgerlich). Nach kurzer Zeit standen die Icons wieder an ihrem gewohnten Platz auf dem Desktop.



Mozilla bzw. FireFox

Ich habe für die bisherigen Lesezeichen die bookmarks.html aus dem alten System an die entsprechende Stelle im neuen System kopiert. Alternativ kann man die Lesezeichen auch im bisherigen FF exportieren und anschließend im neuen System importieren.

Einige belanglose Online-Zugänge habe ich mit im FireFox gespeicherten Passwörtern im Zugriff gehabt. Diese waren per FireFox-Masterpasswort geschützt. Entweder übernimmt man diese Zugangs-Passwörter von Hand in die neue Mozilla/FireFox-Version oder benutzt das Add-On Password Exporter (eine Suchmaschine Ihrer Wahl ist da eine große Hilfe). Bei mir wurden mittels dieses Add-Ons aber nicht alle Passwörter übernommen (die letzten 5 von 21 fehlten), so dass eine Nachbearbeitung unabdingbar scheint.



Thunderbird

Von der alten Platte aus dem Verzeichnis home/username/.thunderbird habe ich alle Dateien in das entsprechende Home-Verzeichnis auf der neuen Festplatte kopiert. Dadurch waren alle Konten-Einstellungen und Mails auch im neuen System vorhanden.



OpenPGP in Thunderbird

Mit der Übertragung des home/username/.gnupg-Verzeichnisses auf die neue Platte war es leider nicht getan. Die bisherige Passphrase wurde als nicht gültig abgelehnt. Erst nachdem ich im Thunderbird unter OpenPGP - Key Management - Change Passphrase die bisherige OpenPGP-Passphrase in der ersten Abfrage eingegeben hatte und die nachfolgenden beiden Abfragen nach der Passphrase erneut mit dieser Passphrase gefüllt hatte, wurde meine bisherige Passphrase beim Senden einer E-Mail akzeptiert.



digikam

Das Bild-Archiv der bisherigen digikam-Version (0.9.3) habe ich in ein gleichlautendes Verzeichnis auf der neuen Festplatte kopiert. Anschließend musste ich aber noch die Datei digikam.rc von ~/.kde/config nach ~/.kde4/config kopieren. Da mit OpenSuse 11.0 aber neben der digikam 0.9.3-Version auch die 0.10.0-beta6 daherkam, musste ich die Datei digikam3.db im Basisverzeichnis des Bilder-Ordners noch nach digikam4.db umbenennen. Danach konnte ich auf alle bisherigen Stichwörter, Bilder usw. problemlos zugreifen. Die Vorschau funktionierte aber erst, nachdem ich mein System neu gestartet hatte. Ohne dem blieb das Vorschau-Fenster leer.

Hinweis: Beim Drehen eines *.pef-Bildes (Pentax-RAW-Datei-Foto) kam es (reproduzierbar) zu einem Absturz (sigsev) von digikam. Ansonsten macht digikam 0.10.0-beta6 einen super Eindruck!

*Nachtrag*: Leider hat sich mein erster Eindruck (super) nicht bestätigt. digikam stürzt auch bei anderen Gelegenheiten (meist umfänglichen Dateioperationen oder Schlagwortänderungen) ab. Meist muss man die letzten Änderungen dann wiederholen. Zum Glück ist mir dadurch noch kein Bild verloren gegangen.



Kernel-Update
Ich habe heute (16.02.09) ein Kernel-Update von 2.6.25-18.0.2 auf die aktuell per Yast2 verfügbare Version durchgeführt. Das ich dadurch mein vmware per /usr/bin/vmware-config.pl neu konfigurieren musste, war mir klar. Dies stellte auch kein Problem nach dem (bei einem Kernel-Update obligatorischen) Reboot dar (ich musste dem Config-Skript aber sagen, dass ich trotz nicht passender gcc-Version ein Neukompilieren der Module wollte). Positiv ist mir aber aufgefallen, dass beim System-Neustart 2 weitere Boot-Optionen im Start-Menü auftauchten, nämlich der normale und der Failsafe-Boot mit dem alten Kernel. Hier hat sich aus meiner Sicht etwas sehr positives getan, denn evtl. Probleme können durch Starten der bisherigen Kernel-Umgebung kurzzeitig bzw. übergangsweise umgangen werden. Dies ist z.B. auch hilfreich bei einem erforderlichen Update der Grafikkarten-Treiber (ATI resp. AMD bzw. NVidia), die man ja nur in einem funktionierenden System "downloaden" kann (so man keinen zweiten PC zur Verfügung hat).

Ich bin mal gespannt, ob nach dem nächsten Kernel-Update 6 Boot-Menü-Einträge vorhanden sind ;-) .



ssh

Meinen Root-Server (für meine Internet-Präsenz) verwalte ich per SSH2-Sitzung in einer Konsole. Um dies von 10.2 auch unter 11.0 ohne Neukonfiguration zu erreichen, genügte ein Kopieren des ~/.ssh-Ordners in mein Home-Verzeichnis des neuen Systems.



Drucker und Turboprint bzw. CUPS/Yast

Bisher habe ich Turboprint Version 1.95-2 in der 64-Bit-Ausgabe für die guten Ausdrucke auf meinem Canon Pixma IP4000 genutzt. Unter OpenSuse 11.0 konnte ich diese Version jedoch nicht installieren, da einige Abhängigkeiten (libgdk-1.2, libglib-1.2, libgmodule-1.2 und libgtk-1.2) nicht aufgelöst werden konnten. Diese lagen nunmehr in der 2-er-Version vor, die aber wohl nicht zu den von TP geforderten Librarys kompatibel waren. Ich habe jetzt nicht geprüft, ob symbolische Links der vorhandenen Librarys auf *.so-Dateien mit der gewünschten Versionsnummer geholfen hätten.

Ich habe mir also ein Update auf die 2.06-Version von TurboPrint "gegönnt" (musste ich auch, so ich TurboPrint weiter nutzen wollte, da es keine 1-er-Version mehr zum Download gab). Die Installation und die Konfiguration verlief problemlos, sobald ich aber den Turbo-Print-Monitor aus dem Setup-Programm heraus startete, zeigte sich ein dicker schwarzer Balken auf meinem Monitor. Dieser ließ sich verschieben, und man konnte auch links oben klicken, um das Fenstermenü zu öffnen. Diesen Balken bin ich durch "killen" des entsprechenden Prozesses in einer Root-Konsole wieder losgeworden. Ob das jetzt an TurboPrint oder an meinen Grafik-Kartentreibern liegt.... keine Ahnung.

Letztlich funktionierte aber der Pixma mit TurboPrint. Lexmark-Drucker wurden aber immer noch nicht unterstützt, sodass ich auf die Linux-"Hausmittel" zurückgreifen musste (CUPS, Gutenprint und Co.). Aber... dort gab es zwar Lexmark-Drucker, aber keinen vom Typ E120 N. Auch der HP LJ 4L-Treiber, wie er es früher für mich tat (unter Suse 10.2), funktionierte nicht akzeptabel. Letztlich habe ich den Lexmark Drucker in Yast als Lexmark Optra E+ und Foomatic/lj4dith konfiguriert. Damit kann ich sämtliche Test-Seiten von Yast auf ihm in ordentlicher Qualität ausdrucken (incl. Grafik mit Foto). Der untere Rand scheint zwar nicht ganz zu stimmen, aber das ist nicht so tragisch.



Letzte Änderung: 16.02.2009
Änderung am: 21.01.2009