Private Wetterstation WS-2300 / Matrix mit Open2300 und NSLU2

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Seit Anfang Februar 2008 nenne ich eine WS-2300 bzw. Matrix Wetterstation von LaCrosse Technology, die es z.B. hier zu kaufen gibt (Stand 03.2008), mein Eigen. Wegen der Hinweise im Forum Wetterstationen.info habe ich mir dazu den Windmesser TX118-20 bei der französischen Firma Nouveauxobjets besorgt, da die original Impeller-Version nicht so der Brüller sein soll.

Der TX118-20 hat statt eines "Impellers" (ein kleines Propeller-Anemometer) ein Schalenkreuz-Anemometer (Anemometer = Messgerät für die Windgeschwindigkeit), welches unabhängig vom Windrichtungsmesser ist und deshalb die Windgeschwindigkeit messen kann, egal wie der Windrichtungsmesser gerade steht.

Alternativ kann man auch den Original-Windmesser umbauen bzw. anpassen, wenn man nicht gerade 2 linke Hände hat. Wäre ich etwas eher auf die Umbau-Informationen der Impeller-Version gestoßen, hätte ich wohl erst diese versucht.

In dem o.a. Forum findet man auch einen Testbericht mit weiteren Hinweisen zur WS-2300 sowie Berichte zu anderen Wetterstationen.

Meine Gründe für die Anschaffung einer bzw. dieser Wetterstation(en) sind / waren:

- Ein vernünftiges Preis- / Leistungsverhältnis (auch wenn nicht alle Anforderungen vollkommen (!/?) erfüllt werden).

- Anzeige der lokalen Wetterverhältnisse auf meiner Homepage (siehe rechte Spalte im oberen Bereich - "Wetter OB" - ;-) ).

- Als Gartenbesitzer die Niederschlagsmenge(n) unkompliziert erfassen und abrufen bzw. auswerten zu können. Diese grünen Plastik-Trichter aus dem Baumarkt sind da wesentlich unkomfortabler.

- Die WS-2300 lässt sich unter Linux anschließen und auslesen. Dies erfolgt mittels der Open2300-Tools von Kenneth Lavrsen (meinen herzlichen Dank an dieser Stelle!).

Der WS-2300 liegt brauchbare Software bei, mit der ich aber relativ wenig anfangen konnte, da ich überwiegend unter Linux arbeite. Nachdem ich die grundsätzliche Lauffähigkeit an meinem PC unter Linux getestet hatte, ging ich an die Weitergabe der lokalen Daten auf meinen Server im Internet (also für bzw. auf meine Homepage). Da ich dafür nicht einen vollwertigen PC mit seinem hohen Stromverbrauch 24 Stunden am Tag durchlaufen lassen wollte, habe ich mir ein NSLU2 zugelegt und die WS-2300 mittels eines Targus USB2Seriell-Adapters, Modell PA088E (baugleich Belkin F5U109, Kernel-module-mct-232) an diesem angeschlossen (Achtung: Nicht alle USB2Seriell-Adapter funktionieren einwand- bzw. störungsfrei). Das NSLU2 musste vorher mit einer anderen Firmware versehen werden. Ich habe dafür die uNSLUng-Firmware (6.10-beta) eingesetzt und nach den hier zu findenden Tipps für den Betrieb der WS-2300 konfiguriert. Eine "unsling"-Anleitung auf deutsch kann man auch hier finden.

Um den Stromverbrauch des NSLU2 nicht unnötig zu erhöhen, habe ich als externen / zusätzlichen Speicher keine Festplatte, sondern eine 4 GB SDHC-Karte (mit einem vom Hersteller erhältlichen kleinen Cardreader) als "root-device" der uNSLUng-Firmware eingesetzt (Kleiner Tipp: Bitte einzig und allein nach den in der uNSLUng-README mitgelieferten Installationsanweisungen vorgehen. Dies vermeidet Irritationen und Fehler). Zum Stromverbrauch des NSLU2 siehe unten.

Auf dem NSLU2 laufen cron-Jobs, welche regelmäßig die Werte aus der WS-2300 auslesen und per SSH bzw. SCP auf meinen Internet-Server hochladen. Wie das Ganze abläuft und welche Skripte bzw. cron-Jobs ich dafür eingerichtet habe, wird Gegenstand eines weiteren Atikels auf dieser Seite sein (... ich arbeite schon daran).

Hinweise:

- Die WS 2300 gibt es (Stand Juni 2011) immer noch zu kaufen, z.B. als "Technoline WS 2300 Wettercenter".

- Stromverbrauch des NSLU2: Nach ersten Ergebnissen hat mein NSLU2 in 48 Std. Dauerbetrieb insgesamt 0,33 kW an Strom verbraucht. Das macht ca. 7 W/h bzw. 60 kW im Jahr. Dadurch entstehen bei meinem Stromtarif (z.Zt. 0,1581 € je kW/h) jährliche Kosten von ca. 9,50 €. Diese halte ich für akzeptabel.

- Wenn man sowieso keine optimale (freie) Lage und Höhe(!) für seinen Windmesser hat, sollte man die Anschaffung des TX118-20- bzw. den Umbau des Impeller-Windmessers überdenken. Ich bekomme zwar ca. 1/3 mehr Windmessungen, aber selbst bei Orkantief Emma (01.03.2008) habe ich keine Windgeschwindigkeit über 25 km/h messen können. Dies resultiert aber auch aus den funkbedingt relativ seltenen Messwerterfassungen.

- Jedem, der sich auch für eine private Wetterstation interessiert, kann ich nur raten, sich mit den Vor- und Nachteilen der WS-2300 und ihrer Alternativen auseinanderzusetzen. Es gibt durchaus bessere Wetterstationen, aber die kosten auch gleich eine "Stange" mehr Geld. Eine gute Informationsbasis für diese "Pros" und "Contras" ist das bereits erwähnte Forum (eine Registrierung / Anmeldung ist nicht erforderlich um an die gewünschten Informationen zu kommen).

- Um die aktuellen Wetterdaten auf meiner Homepage anzeigen zu können, musste ich die Cache-Funktion meines CMS-Systems auf einige Minuten herunter schrauben, sonst wären teilweise bereits seit Stunden noch zwischengespeicherte Seiteninhalte (und damit veraltete Wetterwerte) dargestellt worden.

- Bei reinem Batteriebetrieb der Basisstation bzw. der Sensoren machen sich entladene Batterien in stundenlangen Aussetzern des Empfangs der Funksensoren bemerkbar, die von Tag zu Tag länger und öfters auftauchen. Der Batteriewechsel an einem Außensensor bedingt, dass die Basisstation sich neu mit diesem Sensor synchronisieren muss (siehe Bedienungsanleitung). Zum Wechseln der Batterien in der Basisstation ist das nachstehende zu beachten.

- Vor einem Reset / Batterie-Wechsel an der Basis-Station sollten Sie versuchen, erst nochmal alle Datensätze auszulesen, da sie durch diesen Vorgang verloren gehen.

- Nach einem Reset / Batterie-Wechsel an der Basis-Station muss das 10-minütige Zeitintervall wieder eingestellt werden (steht sonst / danach per default auf 60 Minuten). Also Heavy-Weather starten, Historie anzeigen lassen und unter "Einstellungen ändern" wieder auf 10 Minuten ändern. Hierfür (Heavy Weather) brauchen Linux-Benutzer eine vmWare-Installation von Windows (XP). Ob es mit wine & Co. auch klappt, weiß ich nicht (nicht getestet). Eine evtl. vorgenommene Luftdruckkorrektur braucht nicht erneut eingestellt zu werden, da diese in einem nichtflüchtigen Speicher liegt. Diese "Neueinstellerei" vermeidet man, wenn man vorher die Basisstation temporär (also nur für den Batteriewechsel) an ein passendes Steckernetzteil anschließt.

- Funkempfangsstörungen: Die WS 2300 ist manchmal etwas empfindlich gegen Störeinstrahlungen. Als besonders gravierend hat sich dabei die sehr ähnliche Taktfrequenz eines Mini-PCs mit einem AMD Geode Prozessor mit 500 MHz Prozessortakt herausgestellt. Sobald ich diesen Mini-PC in Betrieb nahm und er näher als 2 m an der Basisstation stand, konnte das Basisgerät keinen externen Sensor mehr empfangen.

- Zur Empfangsverbesserung kann die WS 2300 auch etwas modifiziert werden.