ebook-Reader PocketBook 360° und Linux (hier (K)ubuntu 10.04)

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Ja, auch ich bin auf den Hund ... äh ... das neue Medium ebook-Reader gekommen. Es ist - nach Recherchen zu Vor- und Nachteilen einiger Geräte - das PocketBook 360° geworden.

Warum das PocketBook 360°? Weil es gegenüber anderen Readern den besseren Kontrast hatte (Vergleichsvideos auf youtube mit Sony-Readern, welche ich vorher in die engere Wahl genommen hatte) und weil es die anfänglichen Mängel / "Kinderkrankheiten" (Lagesensor funktionierte nicht richtig, keine PDF-Unterstützung) mittlerweile abgelegt hat. Zudem ist es das meines Erachtens am wenigsten proprietäre Gerät (Linux-OS). Alternativ wäre es der Sony ebook-Reader PRS 505 geworden, aber der war neu kaum noch zu bekommen (lieferbar) bzw. um über 50,-- EUR teurer (wofür man sich schon einige ebooks kaufen kann).

Zunächst: Der interne Speicher sowie eine eingesetzte micro-SD(HC)-Karte werden ohne Probleme als Wechselmedien unter Kubuntu 10.04 erkannt und können wie gewohnt beschrieben bzw. bearbeitet werden. Ein Befüllen mit umfangreicheren Inhalten sollte allerdings meiner Meinung nach auf die SD(HC)-Karte in einem guten (schnellen) Karten-Lesegerät erfolgen, da die USB-Schnittstelle des PocketBook 360° nicht zu den schnellsten gehört.

Hier die Systemmeldungen nach einem tail -f /var/log/messages:

kernel: sd 9:0:0:0: Attached scsi generic sg2 type 0
kernel: sd 9:0:0:0: [sdd] 956416 512-byte logical blocks: (489 MB/467 MiB)
kernel: sd 9:0:0:1: Attached scsi generic sg3 type 0
kernel: sd 9:0:0:0: [sdd] Write Protect is off
kernel: sdd:
kernel: sd 9:0:0:1: [sde] 15564800 512-byte logical blocks: (7.96 GB/7.42 GiB)
kernel: sd 9:0:0:1: [sde] Write Protect is off
kernel: sd 9:0:0:0: [sdd] Attached SCSI removable disk
kernel: sde: sde1
kernel: sd 9:0:0:1: [sde] Attached SCSI removable disk

Die 489 MB entsprechen dem internen Speicher des Readers, die 7,96 GB dem der micro-SDHC-Karte.

Das PocketBook 360° unterstützt alle von mir benötigten Formate, PDF-Dateien müssen allerdings per reflow in der Darstellungsgröße angepasst werden (ist aber wohl auch bei vielen anderen ebook-Geräten so). Die benötigte Zeit für die Umschaltung beim Weiterblättern ist völlig in Ordnung.

Die Schultertasten sind ziemlich schwergängig (macht sich insbesondere beim längeren Lesen bzw. häufigem Vor- / Zurückblättern bemerkbar), aber dafür spricht das Steuerkreuz gut an (mit dem man auch Vor- / Zurückblättern kann). Beim Querformat sollte man die Tasten unten haben, da man ansonsten beim Blättern über das Display greifen muss. Ob man den Lagesensor dauernd nutzt, ist die Frage, denn wenn man z.B. im Liegen liest und sich zur Seite dreht, wird umgeschaltet ;-) . Es ist aber nur geringer Aufwand, dies temporär ab- bzw. umzuschalten.

Das Design - Kunststoff schwarz / silber - (Geschmackssache!) konnte / kann mich zwar im Gegensatz zu anderen Readern nicht vom Hocker hauen, aber das ist für mich eher nebensächlich, solange es nicht vollkommen daneben ist. Der breite Rand um das Display könnte beim Nachfolger ruhig um einiges schmaler werden.

Für mich auch völlig in Ordnung ist die Darstellungsqualität (Kontrast usw. gerade im Hinblick auf die erwähnten Vergleichsvideos zu den Sony-Readern auf youtube). Ein anderer - für mich wesentlicher - Vorteil ist das sehr niedrige Gewicht dieses ebook-Readers (146 Gramm ohne Schutzdeckel).

Was ich beim Testen des mit DRM geschützten "epub"-Formates gelernt / erfahren habe: Ich habe testweise 2 epub-Bücher gekauft. Ich bekam dann im Browser *.ASCM Dateien angeboten. Das man dafür bzw. für den eigentlichen Download ein Tool braucht, welches es nicht für Linux gibt (Stand 06/2010 nur für Windows und Mac-OS) und man eine ID des Tool-Herstellers benötigt (also eine Registrierung mit E-Mail-Adresse und Name sowie Anschrift ... willkommen im Club :-( ), wusste / ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Gut, dass ich für solche Fälle immer noch eine (virtuelle) XP-Installation im Hintergrund habe. Persönliche Meinung zu DRM geschützten epubs: Nie wieder! Da kaufe ich mir lieber das (gedruckte) Buch.

Die Verwaltung der auf dem Reader installierten ebooks kann entweder per beliebigem Dateimanager oder z.B. dem Tool calibre durchgeführt werden, welches auch die Synchronisation bzw. Format-Konvertierungen vornehmen und als ebook-Betrachter dienen kann. Achtung: Die aktuelle calibre-Version 0.7.1 benötigt die glibc 2.10, welche z.B. auf einem OpenSuse 11.1-System nicht vorhanden ist ((k)ubuntu 10.04 ist "up-to-date"). Wer eine ältere glibc-Version auf seinem System und auch keine Möglichkeit zum Update hat, der muss eine der vorherigen calibre-Versionen installieren.

Mein Fazit: "ebooken" macht Spaß und ist eine neue und praktikable Möglichkeit bzw. Art, Bücher zu lesen (wenn die "digital natives" dadurch zum vermehrten Lesen gebracht werden, umso besser - aber nur, wenn sie nicht mehr als 2 Bücher (im Sinne von ernsthafter Literatur) im fliegenden Wechsel lesen). Das iPad, welches ich vor ca. 2 Wochen mal ausprobieren konnte, ist m.E. dazu keine Alternative (allein schon wegen des Gewichts und der Größe, von allen anderen "Argumenten" will ich gar nicht erst anfangen).

Ein ebook-Reader ist für mich kein Buchersatz (darstellungsbedingt, schwarz / weiß bzw. Graustufen, Größe versus Handhabbarkeit / Gewicht) für z.B. Bildbände, Bücher über Fotografie, Kunst oder ähnlichem. Ich sehe ihn mehr als Ergänzung zum gedruckten Buch an (zumal die "monetäre Ersparnis" zum gedruckten Buch nicht wirklich relevant ist, solange man die Kosten für einen "vernünftigen" ebook-Reader miteinbezieht).

Und wer im Urlaub am Strand liegt und sein Buch in Form eines gedruckten und gebundenen Taschenbuches oder per ebook-Reader liest ... Wer geht davon völlig unbelastet einfach auch mal schwimmen? Der mit dem Taschenbuch für 14,95 EUR oder mit dem elektronischen Buch für 240,-- EUR (oder werden an allen Stränden jetzt Schließfächer installiert)?